Cater; Joseph H.: Die ultimative UFO-Story (1999)

Joseph H. Cater:
Die ultimative UFO-Story

Das vorliegende Buch ist wirklich der Hammer. Entweder ist der Autor hochgradig psychisch gestört und leidet unter einem ausgeprägten Größen- und Verfolgungswahn oder er nimmt einfach nur das ufologische Volk auf den Arm. Auf jeden Fall ist das, was er schreibt, das bisher Bizarreste, was ich in der ufologischen Literatur gelesen habe.

Der Titel verspricht ja viel und in seinem Vorwort schreibt Cater, dass er ein Buch schreiben wolle, dass „das gesamte UFO-Problem darstellen sollte“. Denn immerhin befindet sich der Autor „in einer wesentlich besseren Position und ist wesentlich besser qualifiziert, ein solches Buch zu schreiben als jeder andere“. Weiter heißt es: „Vor vielen Jahren befand sich der Autor noch nicht in einer Position, um solche Ansprüche stellen zu können, ohne dass man ihn für größenwahnsinnig gehalten hätte. Er kann inzwischen allerdings einiges vorweisen“. So hat beispielsweise eine Wissenschaft entwickelt, die Lösungen für Rätsel aufzeigt, die die besten Denker aller Zeiten verblüfft haben. Eines qualifiziert ihn außerdem auch noch: „Trotz der Tatsache, dass der Autor kein Kontaktler ist oder jemals in einem Raumschiff mitgeflogen ist, hat er wahrscheinlich wesentlich mehr UFOs gesehen als jeder andere“. Hört, hört…

Zunächst gibt Cater einen Einblick in unsere Frühgeschichte und welche Rolle die UFOs darin gespielt haben. Dabei erfahren wir, dass das Buch Enoch (Prä-Astronautiker erinnern sich…), wie wir es kennen, nur eine „stark verkürzte Version“ ist. Die ungekürzte Originalausgabe befindet sich stark bewacht in einer öffentlichen Bibliothek in Los Angeles. Trotzdem war es einem Bekannten des Autors gelungen, diese Ausgabe herauszuschmuggeln. Darin stand u.a., dass der Asteroidengürtel die Reste eines einstmals explodierten bevölkerten Planeten Namens Maldek darstellt. Die Krater auf dem Mond zeugen noch von dem damaligen interplanetarischen Krieg, der zur Zerstörung des Planeten geführt hat. Die großen flachen Krater jedoch, die oft auch einen Zentralberg in der Mitte haben, sind durch Protonenstrahlen erzeugt worden.

Da das ganze Buch eine thematische Linie vermissen lässt, wundert es nicht, dass das nächste Kapitel dann seinen eigenen Lebensweg behandelt. Da erfahren wir, „dass er auf einem Raumschiff geboren wurde, dann auf diesen Planeten gebracht und mit einem anderen Baby einer bestimmten Familie aus dem Süden von Idaho vertauscht wurde.“ Als Beleg führt er u.a. Erzählungen an. So soll ihm seine Mutter oder Pflegemutter gesagt haben, dass er nach der Geburt verkrüppelt gewesen sei: „Er besaß keinen Hals! Ungefähr drei Wochen später geschah jedoch ein Wunder. Er erschien eines Morgens als völlig normales Baby!“.

Das dritte Kapitel wird richtig spannend. Hier weist er auf seine Berührungen zu der kriminellen Politik von Regierungsstellen hin. Er ist sich sicher, selbst die größte Bedrohung für den CIA darzustellen, die hauptsächlich dafür da ist, „bedrohliche“ Personen zu eliminieren. Doch die Gefahr durch den CIA getötet zu werden begegnet er mit gewissen Kräften, die ihm in die Wiege gelegt wurden. So vermutete ein Bekannter ein Implantat in seinem Kopf. Damit sollte es den CIA-Agenten möglich sein, seine Gedanken über größere Entfernungen zu lesen. Kein Problem für unser Universalgenie: „Der Autor projizierte Energien auf das Implantat, wodurch dieses dematerialisiert wurde. Er besitzt heute noch einen Brief dieses Mannes, in dem er dem Autor für seine Hilfe dankt“. In einem weiteren Fall half er einem Paar, das per Astralreisen in den Vatikan eindringen wollte. Ein Schutzschild verhinderte dies jedoch. Auch kein Problem für unseren Wunderautor, er schaltete ihn aus. Endlich fand man in den vatikanischen Räumen große Mengen an Gold und einen Kristall, so groß wie ein Zimmer, der jedoch für „bösartige Zwecke“ verwendet wurde. Danke an unseren Retter: „Der Autor benötigte sieben Tage, um ihn in einen Pulverhaufen zu verwandeln. Während dieser Zeit erlebte Nordafrika das größte Erdbeben seiner gesamten Geschichte. Offensichtlich führte eine Erdspalte vom Vatikan nach Afrika, über welche die Energien des Kristalls weitergeleitet worden waren. Der Autor fuhr dann mit seiner Arbeit fort und verwandelte das ganze Gold in eine allotrope Form, die eine wertlose lehmartige Masse darstellte … Als Ergebnis dieser Dinge verlor die katholische Kirche einen großen Teil ihres Einflusses und ging fast bankrott“. Gut, dass man noch ein paar Klingelbeutel fand…

Mittels seiner Kräfte war es ihm auch möglich, den Schutzschild eines CIA-Agenten zu knacken, bei dem es sich tatsächlich um einen Werwolf handelte: „Aus einer pummeligen, kleinen Person hatte sich eine furcherregende Kreatur mit einer Größe von 2,10 Meter verwandelt!“. Der CIA soll etwa 30 Werwölfe in seinen Diensten haben.

Aufgrund bestimmter Vorkommnisse erklärte der Autor dem CIA den offenen Krieg. Es gelang ihm alle auf ihn angesetzten Killer zu eliminieren und die „bösartige Organisation“ sichtlich zu schwächen.

Im Rahmen einer Betrachtung der Behauptungen klassischer Kontaktler kommt Cater auf den Mond zu sprechen, der genauso groß wie die Erde sein soll. Auch die anderen Erzählungen der Kontaktler entsprechen der Wahrheit, so z.B. die von Adamski auf dem Mond gesehenen Wälder und Städte. Nur Bob Renaud sei ein Lügner. Was schon damals auffiel: bei den Kontakten mit den Außerirdischen wurde stets Englisch gesprochen. Das hat auch seinen Grund, denn auf vielen Planeten, so die Außerirdischen, würde man Englisch sprechen. Da die Menschheit nicht von der Erde stammt, sondern hier nur angesiedelt wurde, sei auch die Sprache Englisch mitgebracht worden. Hilfe vor so viel Schwachsinn…

Im weiteren Verlauf des Buches erfahren wir noch, dass die Machtelite eine Technologie beherrscht, mit der künstliche Menschen, also Roboter, hergestellt werden können. So soll man den damaligen amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter ausgetauscht haben. Der Beweis? Irgendwann trug Carter plötzlich seinen Scheitel zur anderen Seite…

Nachdem der Autor mal wieder ein bösartiges Projekt zerstört hatte, galt es nun ein noch gefährlicheres zu stoppen: das HARP-Projekt. Damit wollte man große Gebiete der USA mit so genannten ELF-Wellen bestrahlen, die zu einem moralischen Verfall der Bevölkerung führen sollten, damit die Bürger besser unterdrückt und kontrolliert werden könnten. Dank unserem „Superman“ kam es jedoch erst gar nicht so weit: „Der Autor wusste sofort, dass es sich hierbei um ein Ziel handelte, dass er zerstören musste. Die folgende Nacht bombardierte er die Anlage aus allen Richtungen mit Neutronenstrahlen und verwandelte sie in eine große Wasserstoffbombe“.

Die Dummheit nimmt kein Ende und so erfahren wir die nächste Sensation. Unsere Sonne sei eigentlich Teil eines Doppelsternsystems und befinde sich in einer Umlaufbahn, die genau zwischen der Erde und der Zwillingssonne liege. Somit würde sie immer ihre Schwestersonne verdecken. Dann will der Autor entdeckt haben „dass sich die Venus nach Sonnenuntergang viel höher am Himmel befand, als dies normalerweise der Fall hätte sein sollen. Die Astronomen behaupten, dass die Venus nach Sonnenuntergang nie mehr als 47 Grad über den Horizont steigt. Das erste Mal, als der Autor diese Diskrepanz bemerkte, befand sich die Venus mindestens 60 Grad über dem Horizont“. Daraus schloss er, „dass sich die Umlaufbahn der Venus verändert hat, was seinen Grund wiederum nur in Aktivitäten riesiger UFOs haben kann, die Gravitationsstrahlen verwenden“.

Wie geht’s weiter? Ich reiße nur mal kurz an: So sollen zwischen 1950 und 1990 jedes Jahr Hunderttausende wenn nicht Millionen von Menschen verschwunden sein. „Die meisten von ihnen endeten wahrscheinlich als Futter für die Reptoiden“ (echsenhafte Aliens). Und im Dezember 1990 konnte er erneut seine besonderen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Es musste wieder ein Ziel „aus dem Weg geräumt werden“. Diesmal 85 Untergrundanlagen. Er schreibt dazu: „Er visualisierte zahllose Laserstrahlen aus desintegrierenden Strahlen, die jede einzelne Anlage vollständig umgaben, um auf diese Weise die Decken einstürzen zu lassen, wodurch alle Städte, die Bewohner und ihre Raumschiffe zerstört würden. Dieses Unternehmen wurde spät in der Nacht durchgeführt, so dass fast alle in ihren Unterkünften sein würden. Interessanterweise berichteten die Nachrichten am nächsten Tag von unerklärlichen Felsrutschen südöstlich von Estacada“. In einer weiteren Nacht zerstörte der Autor 8500 km durchmessendes Raumschiff der Reptoiden, das die Erde bedrohte. In seiner Strafaktion bombardierte er das Schiff mit Neutronenstrahlen, die es dann in eine gigantische Atombombe verwandelten. Die selbe Methode verwendete er an den Raumschiffen der Grauen: „Die gesamte Rasse der Reptoiden und jene der Grauen wurde ausgelöscht. Die vielpublizierte Rinderverstümmelung hatte damit ebenfalls ein Ende“. Dank seines Kampfes gegen bösartige Außerirdische haben sie „ab sofort keinen Zutritt mehr auf diesem Planeten“. Danke großer Meister…

Zum Schluss weist Cater noch mal auf den moralischen Verfall unserer Gesellschaft hin. Dabei wird deutlich, dass er ein Freund der klassischen Musik zu sein scheint, denn „Rockstars und Rockmusiker sind der absoluten Verachtung würdig…“. Die Erde sieht er als Prüfungsort der menschlichen Seelen. Hier wird die Spreu vom Weizen getrennt. Doch was ist mit denen, die diese Prüfung nicht bestehen, bzw. seinen Wertvorstellungen nicht entsprechen? Sein letzter Abschnitt gibt hierzu Auskunft: „Für viele der Degenerierten auf diesem Planeten gibt es keine Bestrafung, die hart genug sein könnte. Kann sich der Leser eine passendere und nützlichere Strafe vorstellen als die folgende? Jedes Jahr werden Tausender unschuldiger Menschen durch Minen getötet. Die heutigen Methoden, um Minenfelder zu räumen sind viel zu langsam. Die Missgeburten, die von den Außerirdischen zusammengetrieben werden, könnten dazu verwendet werden, diese zu räumen, indem sie dazu gezwungen werden, in diesen auf- und abzumarschieren. Jene, die nicht getötet werden, wenn sie auf eine Mine treten, könnten mit künstlichen Beinen und Krücken ausgestattet werden, so dass sie weitermarschieren könnten. Eine derartige Operation wäre für die Außerirdischen vielleicht zu widerlich und unappetitlich, allerdings würde eine große Zahl von Menschen übrigbleiben, die von diesen Untermenschen misshandelt worden sind, und welche diesen Job sofort übernehmen würden“.

Missgeburten, Untermenschen, Misshandlungen – hatten wir nicht schon mal diese Zeiten?

Mich wundert es ja nicht, wenn irgendwelchen kranken Gehirnen eigenwillige Vorstellungen, wilde Behauptungen und bizarre Verschwörungstheorien entspringen, was mich wundert ist, dass es hierfür auch noch Verlage gibt, die das drucken und Leser, die die Inhalte verkonsumieren, ohne mal nach den Hintergründen zu fragen. Wie ist das mit dem Doppelsternsystem, kann da überhaupt auf einem ihrer Planeten Leben in unserer Form entstehen? Welche Auswirkungen hätte ein Mond von der Größe der Erde auf die Erde und auf die Gravitationskräfte im Sonnensystem? Stand die Venus wirklich plötzlich höher als normal oder hat Cater nur einen defekten Winkelmesser benutzt?

Wie tief muss wohl bei einigen Menschen die Schwachsinnsschwelle liegen, die die Absurditäten nicht mehr als solchen erkennen und statt dessen akzeptieren? Vielleicht existiert intelligentes Leben wirklich nur auf anderen Planeten…
Hans-Werner Peiniger

141 S., geb., ISBN 3-9805835-3-8, € 15,90

M V V
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Peiting (1999)

Quelle: JUFOF 148: 117 ff