Trundle, Robert , PhD: Is E.T. Here? (2005)

Robert Trundle, PhD:
Is E.T. Here?
No Politically but Yes ScientificallyAnd Theologically

Zunächst einmal vermittelt das Buch den Charakter eines Standardwerkes. Fast alle Themen des UFO-Phänomens werden angesprochen, mit wissenschaftlichem Formalismus diskutiert und dabei Schwerpunkte auf die philosophischen Aspekte gelegt. Dabei macht der Autor, Philosophieprofessor an der Northern Kentucky University, auch deutlich, warum die wissenschaftliche Gesellschaft ein Problem damit hat, sich ernsthaft mit dem UFO-Phänomen auseinanderzusetzen. Wer nicht gerade zu den kritischen Insidern gehört wird, sicherlich schnell Trundles Überlegungen folgen, seine Argumente akzeptieren und den extraterrestrischen Ursprung vieler UFO-Ereignisse einräumen. Der Autor geht allerdings noch einen Schritt weiter. Er ist sich sicher, dass wir vor rund 50 Jahren zum ersten Mal Kontakt zu Außerirdischen bekamen und sie seit dem mit Wissen der Regierungen unter uns leben.

Trundle lenkt sein Augenmerk nicht zu sehr auf die vermeintlichen Beweise der Einzelereignisse, sondern darauf, ob die ufo-logischen Hypothesen mit den Grundregeln der Wissenschaft und Theologie konform sind und harmonieren. Doch dummerweise basieren ja diese Hypothesen auf den Einzelereignissen und da macht es schon Sinn, diese genauer zu betrachten und die vorgebrachten Belege und Argumente kritisch zu würdigen. Und dabei brechen dann auch schon einige Teile des philosophischen Gebäudes, das Robert Trundle auf ufologischen Basisinformationen aufgebaut hat, zusammen.

Für Trundle’s Argumentationskette müssen eine Vielzahl von den Indizien herhalten, die in den letzten Jahren zum UFO-Phänomen bekannt geworden sind. Ob es nun zahlreiche Fallbeispiele, der Roswell-Zwischenfall, oder die MJ-12-Dokumente sind, alle haben in Trundle’s Dokumentation eines gemeinsam: zu fast allen fehlen kritische Hintergrundinformationen oder wenn erwähnt, finden sie keine entsprechende Würdigung. Es macht keinen guten Eindruck, unglaubwürdige Protagonisten wie Lt. Col. Philip Corso (Autor des Buches: »Der Tag nach Roswell«, München 1998) durch das ganze Buch zigmal zu zitieren, oder Linsenreflexionen und Diskothekenbeleuchtungen als UFOs zu verkaufen. Da wird dann deutlich, dass Trundle kein eingehendes Fachwissen aufweist, offensichtlich blauäugig alles akzeptiert, was er in der gängigen UFO-Literatur gefunden hat und somit seine Arbeit mehr oder weniger auf Spekulationen und Halbwahrheiten beruht als auf nachvollziehbare gesicherte Erkenntnisse.

Trotz dieser Schwächen sind seine philosophischen und theologischen Betrachtungen nicht uninteressant, weshalb sich das Buch schon mal in diesem Punkt von unzähligen anderen Veröffentlichungen abhebt. Aber auch viele seiner Überlegungen und konstruierten Zusammenhänge haben ihren Reiz. Aus diesen Gründen zähle ich »Is E.T. Here?« mit Einschränkungen noch zu den lesenswerten Werken der UFO-Literatur.
Hans-Werner Peiniger

312 S. • br. • reich ill. • ausführliche Quellenangaben • Register • ISBN 0-9735341-2-5, $ 22,95

EcceNova
www.eccenova.com
Victoria, 2005

Quelle: JUFOF 164: 61f