Timothy Good: Die Erde – ein Projekt der Aliens?

Timothy Good:
Die Erde – ein Projekt der Aliens?

Die schockierende Wahrheit hinter der größten Vertuschung in der Geschichte der Menschheit

 

»Die schockierende Wahrheit hinter der größten Vertuschung in der Geschichte der Menschheit«… Das hört sich ja schon mal spannend an und so habe ich gehofft, hier auf neues Material aus der Verschwörer-Szene zu stoßen oder auf neue Erzählungen bisher noch nicht in der ufologischen Öffentlichkeit bekannter Zeugen spektakulärer UFO-Fälle. Doch weit gefehlt… Stattdessen fühlte ich mich beim Lesen in meine frühen Jahre zurückversetzt, in denen ich u. a. auch die Literatur der klassischen UFO-Kontaktler gelesen habe. So berichtet der Autor über zahlreiche Fälle aus den 50-er / 60-er Jahren, in denen von Kontakten mit Außerirdischen oder Raumschiff-Landungen berichtet wird. Der jüngste Fall, stammt aus dem Jahr 1932. Interessant wäre es ja gewesen, wenn schon damals darüber berichtet worden wäre. Jedoch hat der Kontaktler erst sehr viel später über seine Begegnungen und dem Mitflug in einem Raumschiff, sowie von den Außerirdischen erhaltenen Botschaften berichtet.

In Goods Argumentationskette treffen wir auf viele Kontaktler, ihren Geschichten und die an die Menschen der Erde gerichteten Botschaften. Neben den eher bekannten Kontaktlern wie George Adamski stoßen wir auch auf weniger bekannte aus der italienischen und französischen Szene. Die Außerirdischen zeigen sich stets als idealisierte menschenähnliche Wesen und alle Berichte sprießen vor Harmonie, Liebe und Freundlichkeit. Wenn man die Berichte aus soziologischer und kultureller Sicht betrachtet, sind sie schon interessant. Aber um Kontakte mit Außerirdischen zu belegen, so wie Good es beabsichtigt, braucht es eben mehr als unbewiesene Behauptungen.

Der fast 900 Seiten starke Wälzer lässt erkennen, dass Good offenbar jegliche kritische Betrachtungsweise abhandengekommen ist. So nutzt er für seine Argumentation die absurdesten Erzählungen und zeigt UFO-Fotos, die mehr als zweifelhaft sind. Zu den im Buch abgebildeten Monguzzi-Fotos (31. 7. 1952) weiß Good nicht einmal, dass Monguzzi selbst seinen Schwindel schon kurz nach Veröffentlichung seiner Fotos zugegeben hat.

Der Gletscher bestand aus Putz, der durch ihn und zwei seiner Cousins auf Erdhaufen gegossenen wurde und den Schnee simulieren sollte. Das ca. 20 cm durchmessene Raumschiffmodell wurde aus angemalten Pappmaché hergestellt und der kleine Außerirdische war eine Plastikfigur, die mit Baumwolle und Draht umwickelt war. Schon mit wenigen Klicks hätte Good die Informationen aus dem Internet ziehen können. Doch stattdessen verschweigt er sie. Ich kann mir angesichts der sonst von ihm durchgeführten Recherchen nicht vorstellen, dass ihm diese Informationen nicht bekannt waren. So gesehen vermute ich hier eine bewusste Täuschung der Leser!

Es wird deutlich, dass der Autor die an ihn herangetragenen oder selbst aus der Literatur entnommenen Fälle nicht kritisch hinterfragt. Behauptungen werden durch ihn als unstrittige Fakten präsentiert. Er zitiert fragwürdige Zeugen, wie z. B. Philip J. Corso und schreckt auch nicht vor den abwegigsten Behauptungen zurück: »Während der 14 Jahre, die ich mit dem London Symphony Orchestra verbracht habe, erfuhr 1970 ein Kollege von einem befreundeten Wissenschaftler, dass der Direktor eines streng geheimen amerikanisch-deutschen Raumfahrtprogramms in Westdeutschland von der Venus stammte.« Geradezu grotesk wird es, als er von seinen eigenen »zwei Begegnungen mit vermutlichen Aliens« berichtet oder in epischer Breite die Erlebnisse des Kontaktlers Bruno Sammaciccia dargelegt. Sammaciccia unterhielt Kontakt zu einer Gruppe Außerirdischer, die sogenannte W56-Gruppe, die auf der Erde außerirdische Basen unterhalten und ihn regelmäßig unterrichtet hätten. Bei einer Gelegenheit habe sich ein 2,40 Meter großer Außerirdischer namens »Kenio« sogar durch ihn fotografieren lassen. Leider nicht in seinem Schutzanzug oder in der außerirdischen Uniform, sondern in legerer Bermuda-Shorts und Slippers. Die Technologie der W56-Außerirdischen ist geradezu magisch: »Gewisse Scouts von ungefähr neun Metern Durchmesser können irgendwie komprimiert werden bis auf einen Durchmesser von rund 40 Zentimetern … zusammen mit der korrespondierenden Verringerung ihrer Masse und Massenträgheit. Unter dem Spitznamen ›Taschenscouts‹ können sie in diesem verkleinerten Zustand in einer reißfesten Tasche von rund 60 Zentimetern aufbewahrt und transportiert werden.« Wie praktisch…

Wenn man den Inhalten von Timothy Good folgt, wird die Erde schon seit längerer Zeit von verschiedenen Alien-Rassen besucht, die auch zahlreiche unterirdische Stützpunkte unterhalten und mit den verschiedensten Fahrzeugen unseren Luftraum verletzen. Die Vielfalt ihrer Fahrzeuge ähnelt der unserer Kraftfahrzeuge. Es gibt die guten Aliens, die uns nur das Beste und uns in der galaktischen Gemeinschaft sehen wollen und es gibt die bösen, die schleichend unseren Planeten erobern, Menschen entführen und Hybrid-Wesen heranzüchten. So gesehen könnten überall Außerirdische lauern und man sollte ein waches Auge auf den Nachbarn werfen ;-)

Der sachkundige UFO-Forscher kann dem umfangreichen Werk sicherlich interessante Detailinformationen entnehmen. Aber dem uninformierten UFO-Interessierten wird hier eine Alien-Welt vorgegaukelt, die überwiegend aus Halbwahrheiten, Gerüchten, unbewiesenen Behauptungen und wahrscheinlich frei erfundenen Geschichten besteht. So sollte man UFO-Forschung nicht betreiben.
Hans-Werner Peiniger

 

592 Seiten, gebunden, Abbildungen, ISBN 978-3864452703, 22,95 €
Kopp-Verlag
www.kopp.de
Rottenburg, 2016

 

Quelle: JUFOF Nr. 227, 5/2016: 158 ff